Der sympathische Radsportverein im Südosten von Berlin

| Berlin - Leonberg (bei Stuttgart) |

05.07. - 13.07.2009

Nach 825 Kilometern und 4.150 Höhenmetern sowie 7 „Platten“ und einem Schaltungsschaden erreichten die Möwen auf ihrer diesjährigen Etappenfahrt ihr Ziel: die Partnerstadt Neuköllns Leonberg unweit von Stuttgart.

Die glücklichen 11 Fahrerinnen und Fahrer wurden von zwei Fahrzeugen begleitet und unterwegs daraus gut und reichlich verpflegt, so dass nie die Gefahr eines „Hungerastes“ bestand.

Da sich auch der Wettergott mit lediglich zwei Regenstunden während der gesamten Tour gnädig gezeigt hatte, brauchte man um die Moral des Teams keine Sorge zu haben. Die einzelnen Etappen führten zunächst nach Bad Düben, darauf dann nach Weimar, Neustadt an der Saale, Wertheim, Bad Friedrichshall und schliesslich nach Leonberg, das bereits vor 5 Jahren Etappenziel war.

Die längste und anspruchsvollste „Königsetappe“ von der schönen Goethe – Stadt Weimar in den altehrwürdigen Kurort Bad Neustadt mit mehr als 150 Kilometern und 1.350 Höhenmetern verlangte den Teilnehmern in den 6,5 Stunden Fahrzeit alles an körperlichem Einsatz ab, und dennoch waren alle nach der Tagesarbeit guter Laune, denn sie hatten auch den harten Anstieg über den Rennsteinkamm bravourös gemeistert. Dabei ist es bemerkenswert, dass nur drei der Teilnehmer jünger als 60 Jahre alt sind – der Radsport hält uns eben fit!

Die logistisch schwierigste und vom Zeitaufwand längste Etappe war jedoch die letzte mit den wenigsten Kilometern von Bad Friedrichshall nach Leonberg: Wegen des außerordentlich hohen Verkehrsaufkommens auf allen Haupt- und Nebenstras-sen im Raum um Stuttgart war es notwendig, sich ständig neue Radwege zu suchen, die oft abrupt enden konnten, ohne dass ein Hinweis auf ihre eventuelle Fortsetzung zu finden war. Zudem mussten auch die Begleiter in den Verpflegungswagen nach geeigneten Kreuzungen zwischen Strasse und Radwegen suchen, um ihre Schütz-linge unterwegs mit dem Nötigsten zu versorgen.

Glücklicherweise wurden die Möwen auf den letzten 10 Kilometern von einem Mit-glied des ortsansässigen RV. Schwalbe, mit dem bereits vor einiger Zeit Kontakte geknüpft worden waren, empfangen und auf verkehrsarmen Wegen in die Stadt geleitet.

Dort hatte der 2. Vorsitzende der „Schwalben“ auf seinem Grundstück einen kleinen Imbiss mit Kuchen, Laugenbrezeln, Kaffee, Bier und anderen Getränken vorbereitet und die verspäteten Gäste aus Berlin herzlich willkommen geheissen. Dazu war auch ein Pressevertreter erschienen, der alles fotografierte, was sich bewegte, einschliess-lich des Austausches von Wimpeln und Gastgeschenken.

Nach einem Ruhetag lud der R.V. Schwalbe Leonberg - Eltingen die Möwen dann am Samstag zu einer Ausfahrt rund um Leonberg ein. Hierbei gab es wunderbare Ausblicke auf die Stadt mit Besichtigung einer Mühle und danach einen abschlies-senden Empfang durch den Oberbürgermeister auf dem sogenannten „Engelberg“ oberhalb der Stadt. Der OB liess es sich dabei nicht nehmen, den 80 Jahre alten Engelbergturm mit den Möwen und den Schwalben zu besteigen und dort oben einen längeren Vortrag über seine Stadt, über Land, Leute und Wirtschaft zu halten und den Sportlern dann mit einem Glas Sekt zu ihren sportlichen Leistungen zu gratulieren. Darauf lud er sie dann ein, an dem anschließend stattfindenden Volksfest „Hock am Turm“ teilzunehmen, zu dem er den Fassanstich vornahm.

Da es auch an diesem Tage glücklicherweise nicht regnete, war das Fest für alle, die teilnahmen und insbesondere für uns Gäste ein schöner Abschluss einer anstren-genden Reise.

Finanziert wurde die Fahrt größtenteils von den Möwen und ihren Gästen selbst; einen Zuschuss konnte der Verein dazu beisteuern, und das begleitende Transport-fahrzeug für Räder und Gepäck wurde dem Team als freundliche Unterstützung von der Allround Autovermietung zur Verfügung gestellt.

Harald Langner