Liebe Radsportfreunde,
seit 1999
veranstaltet der RV Möwe Britz jährlich eine Etappenfahrt zu
einer Partnerstadt von Berlin-Neukölln. Es handelt sich
hierbei nicht um eine gewerbliche Reiseveranstaltung. Sie wird
vom RV Möwe Britz 1897 e.V. ehrenamtlich geplant und
durchgeführt.
Motto: „Für Verständigung und gute Nachbarschaft in Europa“
Berlin - Masuren
vom 31.7- 10.8. 2010
Möwe Britz Goes East
Nach bisher 9 Etappenfahrten in die Partnerstädte unseres
Heimatbezirkes Neukölln, die uns überallhin in Europa
geführt hatten, sollte nun - zur 10. und der Jubiläumstour,
der den meisten Möwen bisher "unbekannte Osten", der Nachbar
Polen, erforscht werden.
Ziel war dabei Masuren, das ehemalige Ostpreussen, dessen
Strassen und Wege, dessen Landschaft und natürlich auch dessen
Bewohner kennen zu lernen.
Und, um es gleich vorweg zu nehmen, es ist wieder eine
wunderbare Tour geworden, zwischzeitlich ein wenig durch
menschliche Unzulänglichkeiten getrübt; aber das hat dem
Fahrvergnügen und der Freude an Land und Leuten letztlich
nicht geschadet.
Mit zwei Begleitwagen begann die Tour am 31.7 und führte
bei herrlichem Sonnenschein den Europaradweg R1 entlang Richtung
Polen; die Grenze wurde über die Oder bei Küstrin überschritten
und nach etwas mehr als 150 Kilometern war das
erste Etappenziel in Osno-Lubuskie ohne Zwischenfälle
erreicht.
Das galt nur nicht für unsere "Einkäufer" im begleitenden
Lkw. Sie landeten in Kostrzyn / Küstrin in einer Art
polnischen "Woodstocks", einem Open-Air-Konzert mit riesigem
Andrang, der sie regelrecht einschloss und sie erst mit
grosser Verspätung und "hängenden" Mägen" wieder zum übrigen
Tross stossen liess.
Die Hotelquartiere, von Deutschland aus über das Internet
gebucht, waren bis auf eine Ausnahme auf der 3. Etappe
(Wyrzysk) gut; allerdings ist die junge polnische Gastronomie
noch nicht allerorten auf einen, wenn auch angemeldeten
Ansturm von 20 hungrigen Radlern eingerichtet (Licze,5.Etappe)
und hat den Gästen dann viel Geduld durch lange Wartezeiten
abverlangt.
Auch der zweite Tag brachte mit seinem Sonnenschein wieder viel
Freude und Spass am Radfahren, wenn man davon absieht, dass
ein Teil der Radler sich verfahren hatte und teilweise in
absoluter Wildnis gelandet ist, wo ein Jeep besser angebracht
gewesen wäre als ein Rennrad.
Dafür ging es dann am nächsten Tag zur 3. Etappe wieder
entspannt 135 km über zum Teil gute Asphaltsrassen und die
Verstimmung des Vortages wegen schlechter Wege war bald
vergessen. Dafür landeten wir am Nachmittag in dem einzigen
nicht so guten Hotel unserer Tour, mehr eine Absteige für
Trucker und der Komfort war diesen angepasst; wer sein
Mehrbettzimmer im ersten Stock hatte, musste Toiletten und
Nasszellen mit zwanzig fremden Menschen teilen und warten,
bis mal ein Plätzchen frei wurde! Dies von Berlin aus zu erkennen
ist natürlich nicht möglich, aber wir haben das überlebt!
Der nächste Morgen brachte dann die nächste Überraschung:
Es goss wie aus Kübeln! Wie froh waren die Sportfreunde, die
an diesem Tag die Versorgungsfahrzeuge fahren durften und
nicht in die Regengüsse hineinfahren mussten; aber die Fahrt
ging ja weiter und ein Bleiben war nicht möglich; schliesslich
war es ja eine Etappenfahrt. Doch nach 80 km im Regen hatte
auch Petrus ein Einsehen und schloss endlich seine Schleusen
und dann waren wir in Chelmno / Culm.
Wir sind hier im relativ neu errichteten Europäischen Zentrum
untergekommen, an einem kleinen See, hübsch gelegen unterhalb
der Stadt, deren alten Mauern wir abends ebenso bestaunen
konnten, wie das ehrwürdige alte Rathaus und seinen grossen
Marktplatz.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen gab es dann für unsere
"Killermöwe" Günter noch eine Überraschung:
Sein Berlin - Brandenburg - Trikot, war nächtens nach dem
Waschen von der Balkonbrüstung verschwunden!
Was für eine Gemeinheit!
Sicher hängt es nun als polnische Nationalflagge aus
irgendeinem fremden Fenster.
Dann Aufbruch nach Licze; diesmal sollte die Etappe unter
100 km liegen und uns über Grudziazd / Graudenz durch das
Weichseltal zu einem alten, wunderschönen und restaurierten
Herrenhaus führen. Doch in Grudziazd war erst einmal wieder das
grosse Suchen angesagt, weil der Radweg R1 an der Weichsel
entlang wegen langwieriger Bauarbeiten gesperrt und ein
Radweg durch die Stadt nicht angegeben war.
Das kostete Zeit !!!!!
Durch die Hilfe freundlicher Einwohner ging es doch irgendwie
weiter und vor Kwidzyn / Marienwerder verliessen wir den
Radweg R1 und radelten weiter ostwärts, während der Europaradweg
sich nun nach Norden in Richtung Ostsee wandte.
Langsam hatte sich das Landschaftsbild vom relativ flachen
Ackerland zu mehr Baum und Buschbestand mit ruhigen, relativ
verkehrsarmen Strassen gewandelt und es wurde langsam auch
hügeliger: Die Eiszeit machte sich mit ihren Moränen und
sonstigen Anhäufungen von überwachsenen Sand- und Steinflächen
bemerkbar und hin und wieder gab es an knackigen
Anstiegen doch kleine Probleme für einige unserer
"Berliner Flachlandtiroler".
Das Herrenhaus in Lisze aus dem Jahre 1664 war dann wirklich
hochherrschaftlich wiederhergerichtet und gab einem einen guten
Blick auf die damalige Zeit. Nur die Fütterung der einundzwanzig
Hungrigen war, wie eingangs erwähnt, sehr schleppend und zog sich
fast bis in die Nacht hin. Gut waren die dran, die vorher im
Dorfladen in weiser Voraussicht ein paar Würste vertilgt hatten!
Am 5.8. ging es dann weiter nach Olstynek, schon lockten die Masuren
in der Ferne und das Etappenziel schien nahe. Doch hatte die
Truppe die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Zunächst gab es auf der
Strasse nach Ostroda einen sehr starken Auto und Lastwagenverkehr,
dann hinter der Stadt auf geradem Wege nach Olstynek,
ging der Weg plötzlich über in eine mittelalterliche Pflasterstrasse,
umgeben von Wald und zu grossen Teilen auch mit Sand
von vorherigen Überschwemmungen überdeckt und das über eine
Berg- und Talstrecke von etwa 12 km! Eine ganz böse
Überraschung, aber irgendwie ist man streckenweise auch zu Fuss,
mit dem Rennrad da durchgekommen. Eine typische Crossfahrt, auf
die man nicht eingestellt war.
Dafür konnte man sich dann nach der Ankunft im Hotel nach einem
erfrischenden Bad und einem guten Essen richtig erholen und der
Wirt hat sich und uns bei der Abrechnung am nächsten Morgen auch
noch die Mehrwertsteuer erspart. Wenn das nichts war!
So ging es auf die letzte Hauptetappe zum eigentlichen Ziel nach
Mikolajki, einem trubeligen und quirligen Urlaubszentrum für Einheimische
und Gäste aller möglichen europäischen Länder, das nach
135 km erreicht war.
Hier gab es, wie überall in Gebieten mit viel Wasser, einen Hafen
für Dampfer, Jachten, Ruder und Segelboote und für alles, was das
Wasser nur tragen kann. Dazu natürlich alle nur denkbaren
Etablissements für Vergnügung und Unterhaltung, kurzum es herrschte
ein tolles Ferien- und Urlaubsleben für alle.
Am nächsten Tage liessen wir dann bei einer kürzeren Etappe von
etwa 70 km mit Umwegen nach Gizycko/Lötzen die Zügel schleifen
und die Seele baumeln: Immer an den herrlichen riesigen Seen
entlang und dort, wo es schön war, liessen wir uns nieder, um die
Landschaft zu geniessen und auf uns wirken zu lassen.
Eine Runde zu schwimmen, um dann mit einem herrlichen Gefühl von
Sauberkeit und Frische weiter zu radeln, war ebenso angesagt.
Der Samstag verging so wie im Flug.
Am Sonntag trennten wir uns für verschiedene Unternehmungen. Ein
Sportfreund wollte noch eine grosse 150 km Runde um die Seen
fahren, andere besuchten die Wolfsschanze, die Langzeit- u.
Befehlsstation Hitlers im 2. Weltkrieg, sowie die Kirche in
Heiligelinde mit ihrer weltberühmten Orgel, um dann per Rad oder
mit einem Schiff nach Mikolajki zurückzukehren.
So ging eine weitere Etappenfahrt langsam zu Ende. Der Montag
war noch mit allen möglichen Aktivitäten, wie Dampfer oder Kanufahren
oder ähnlichem ausgefüllt, aber am Dienstag musste dann
wieder entgültig Abschied genommen werden, der Bus, der die meisten
Radler zur Bahn bringen sollte, konnte nicht warten.
Mich persönlich hat am meisten berührt, dass man seinen Ausweis
oder Pass auch gut hätte zu Hause liegen lassen können; er wurde
nur einmal zur Hotelanmeldung benötigt, nicht aber zur einer
Grenzabfertigung, die es nicht mehr gibt. Wunderbares Europa!
Beeindruckt haben mich neben den Schönheiten der Natur mit ihren
riesigen Seen, grünen Wäldern und Feldern mit dem fast immer
blauen Himmel, auch die Freundlichkeit u. Hilfsbereitschaft unserer
Nachbarn, wenn wir mit Händen u. Füssen oder mit einem Zettel
in der Hand Auskünfte benötigten. Auch die Rücksichtnahme der Autofahrer
auf den Landstrassen gegenüber den Radfahrern ist zu erwähnen.
Kaum einmal ist die Radeltruppe bei Gegenverkehr von
einem Autofahrer überholt worden, fast immer wurde gewartet, bis
der Gegenverkehr vorüber war.
Schön wäre es, wenn sich dies in Berlin / Brandenburg auch
einbürgern würde; aber man kann ja nicht alles haben.
Harald Langner
20.09.2010
Hier die Auflistung der Etappen:
| # |
Datum |
Ziel |
Km |
| 1 |
Sa., 31.
07. |
Berlin > Osno
Lubuskie |
134 |
| 2 |
So., 01.
08. |
> Krzyz Wielkopolski |
146 |
| 3 |
Mo., 02. 08. |
> Wyrzysk |
137 |
| 4 |
Di., 03.
08. |
> Chelmno |
139 |
| 5 |
Mi., 04.
08. |
>
Licze |
88 |
| 6 |
Do., 05.
08. |
> Olsztynek |
122 |
| 7 |
Fr., 06.
08. |
> Mikolajki |
134 |
| 8 |
Sa., 07.
08. |
>
Gizycko |
119 |
| 9 |
So., 08.
08. |
>
Mikolajki |
136 |
| 10 |
Mo., 09.
08. |
Ruhetag |
|
|
11 |
Di., 10.
08. |
Rückfahrt |
1155 |
Jetzt kommen die Fotos:
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Berlin - Anderlecht (bei Brüssel)
vom 4. bis 13.7.2009
Wie in fast jedem der vergangenen Jahre
sind die Britzer Möwen auch in diesem
Sommer wieder auf eine grössere Reise
gegangen.
Die Etappenfahrt nach Brüssel-Anderlecht
sollte die Reihe der Besuche in die Partnerstädte
des Bezirks Neukölln fortsetzen.
Nachdem die Planung im Verein bereits seit
längerem angelaufen war, stellte es sich
aber bei Gesprächen mit dem Bezirksamt
Neukölln heraus, dass die Städtepartnerschaft
bereits vor einiger Zeit zum Erliegen
gekommen war. Für die Möwen allerdings
kein Grund das Projekt einzustellen,
schliesslich hatte man bereits einiges in die
Vorbereitung investiert, sei es durch
Streckenplanung, Hotel- bzw. Jugendherbergsbuchungen
oder Versuche der Kontaktaufnahme mit ortsansässigen
Radsportvereinen in Anderlecht. Hier hatte
man auch das Bürgermeisteramt
angeschrieben und um logistische Hilfe
gebeten.
Genau so wenig wie Neukölln hilfreich war,
so waren es auch die Belgier: weder die
angeschriebenen Vereine noch die
Bürgermeisterei in Anderlecht würdigten
den kleinen Radsportverein aus Berlin – Britz
einer Antwort.
Die Enttäuschungen an diesem absoluten
Desinteresse entmutigten die Möwen aber
nicht.
Kontakte zu Vereinen in Nordrhein-Westfalen
wurden geknüpft, um sich durch ortsansässige
Radler auf verkehrsarmen Strassen
und Nebenwegen führen zu lassen. Und
diese Versuche waren durchaus erfolgreich,
denn durch das grosse NRW wurden die
Möwen im Wechsel von 4 unterschiedlichen
Gruppen sicher und ohne Aufenthalt bis an
die holländische Grenze geschleust.
Am 4. Juli 2009 ging es morgens los, und
neun Möwen und drei Gäste aus befreundeten
Berliner Vereinen nahmen die Reise
von etwa 950 Kilometern in Angriff.
Die erste Etappe führte bei schönem Wetter,
aber bei erhöhten Ozonwerten der Luft in
das Städtchen Zerbst nahe der Elbe, das
man am späten Nachmittag ereichte.
Am nächsten Tage ging es bei weiterhin
schönem Wetter bis in den Harz; man hatte
sich ja inzwischen eingerollt.
Die dritte Etappe durch den Harz brachte
dann den ersten Regen in Bad Harzburg;
aber der konnte den Spass am Radfahren
noch nicht bremsen; irgendwann hört er ja
immer auf!
Am 4. Reisetag dann die erste Begegnung
mit den Radsportfreunden aus NRW, die uns
auf wunderschönen Wegen durch „ihr
Revier“ begleiteten und sich später – nach
Ankunft auf der Wewelsburg – noch zu
einem Schwätzchen mit uns zusammensetzten,
eine wirklich gute Erfahrung!.
Weiter ging es dann am nächsten Morgen
bei regnerischem und windigem Wetter mit
zwei anderen Reisekameraden eines
weiteren ortsansässigen Vereins nach
Haltern am See, so recht von Böen
geschüttelt und von Starkregen begleitet,
und die Jugendherberge fernab von
jeglicher Gastronomie, um sich den Magen
zu wärmen - wie furchtbar.
Glücklicherweise zeigte sich der dann
folgende Donnerstag von einer besseren
Seite, und so konnten uns unsere nächsten
einheimischen Guides bei schönem Wetter
bis an den Rhein führen, wo uns am anderen
Ufer diesmal sogar fünf Rennradler das
weitere Geleit zu unserem letzten Ziel in
Deutschland, Walbeck, gaben.
Auch hier gab es keine Besonderheiten zu
vermelden, und der Abschied am nächsten
Morgen fiel uns nur deswegen schwer, weil
es in Strömen regnete und wir die Abfahrt
deshalb um einige Zeit verschieben
mussten. Letztlich aber begleitete uns der
Hotelwirt auf seinem Einkaufsrad durch
dichten Wald bis zu einer Strasse, die uns
zur nächsten Fähre nach Arcen in den
Niederlanden führte, und dann waren wir
wieder auf uns allein und auf die vorher
ausgearbeiteten Streckenpläne unseres
Günther Steindorf angewiesen, die sich auf
allen unseren bislang durchgeführten
Etappenfahrten als hervorragend erwiesen
hatten.
Auch in Holland klappte das sehr gut; aber
als wir dann Belgien erreicht hatten, hatte
vieles seine Gültigkeit verloren. Die blauen
Ortsschilder mit weisser Schrift zeigten
keine Richtungen und/oder Kilometerangaben
mehr an, und eine weitere Schwierigkeit
bestand darin, dass dieselbe Ortsangabe
oftmals nach einigen Kilometern wieder und
wieder auftauchte, als würden wir von
Kreuzberg nach Neukölln durch ein solches
Schild geführt werden, und am Ortsanfang
von Britz, Buckow und Rudow stünde
jeweils wieder die Ortsbezeichnung
Neukölln. Davon waren wir natürlich
allereichlich irritiert, und die in die falsche
Richtung gefahrenen Kilometer häuften sich.
Letztlich aber und nach vielen Befragungen
von Passanten – auch nicht immer ganz
nüchternen - fanden wir nach schwachen
140 Kilometern doch noch zu unserer
Jugendherberge „Boswachtershuis“ im Ort
Westerlo, etwa 54 Kilometer vor Brüssel.
Dort konnte die geschundene Seele mit
warmer Suppe und vielen Nudeln wieder ins
Gleichgewicht gebracht werden, und am
Abend stieg die Stimmung bei unterwegs
gekauftem Wein dann wieder auf das
gewohnt fröhliche Niveau, und Wind und
Regen des abgelaufenen Tages waren
schnell wieder vergessen.
Gemütlich ging es dann am nächsten
Morgen nach einem etwas längeren Schlaf
als an den anderen Tagen in Richtung
Brüssel. Es waren ja nur noch wenige
Kilometer im Gegensatz zu dem, was vorher
schon gefahren worden war. Aber siehe da,
plötzlich begann wieder die Fahrerei im
Kreise herum, auch um den Verpflegungswagen
zu erreichen, musste wieder einiges
zurückgefahren werden; denn die Betreuer
warteten seit geraumer Zeit an anderer
Stelle mit Kaffee, Keksen und Wurstbroten
auf ihre Schützlinge. Zwischendurch
gönnten diese es sich noch, einigen Runden
eines auf offener Strasse ausgetragenen
Derny-Rennens zuzuschauen, ehe sie ihre
Futterkrippe aufsuchten. Die belgischen
Überraschungen häuften sich also an jenem
Tage, wobei der spätere Regen allerdings
eher eine Gewohnheitssache war, aber auch
alle Verwirrungen wurden letztlich
gemeistert, weil ein mildgestimmter
Brüsseler auf einem Einkaufsfahrrad die
Truppe bis an ihr Hotel im Norden der Stadt
geführt hatte.
Das Ibis-Hotel bot uns für einen „spezial
price“ überwiegend Zweibettzimmer mit
Frühstück zu wirklich guten Konditionen,
und so konnten wir uns auf ein ganz
entspanntes Wochenende freuen. Wenn nur
der Regen aufhören wollte! Und Petrus tat
uns wirklich diesen Gefallen, so dass wir
schöne Spaziergänge durch die Stadt
machen konnten.
Dazu hatte sich unser Sportfreund Werner
Fuhrmann etwas einfallen lassen, damit wir
nicht nur planlos in der uns unbekannten
Großstadt herumliefen. So trotteten wir,
seinen Erklärungen lauschend, durch die
imposante Innenstadt mit ihren wunderbaren
alten Gebäuden aus einer Zeit, als
es die Bürger Flanderns durch ihre
Handwerkskunst wie der Herstellung von
Brüsseler Spitzen, von Teppichen und anderen
Webwaren zu grossem Reichtum
gebracht hatten.
Heutzutage ist der Ruhm jedoch verblasst,
und wir Berliner waren erstaunt darüber, wie
vernachlässigt vieles ist, und besonders die
Strassen und die Strassenbeläge fordern
zur Kritik heraus; einige unserer Sportfreunde
wollen seit diesem Stadtbesuch nie
mehr über den Zustand der Berliner Strassen
schimpfen. Und das will schon einiges
heissen!
Am Montag folgte noch ein Gang vorbei am
Gebäude der Europäischen Kommission,
wo iranische Kurden gerade grosse Demos
organisiert hatten, um die Europäer auf ihre
wieder einmal kritische Situation in ihrer
Heimat aufmerksam zu machen.
Auch das königliche Schloss konnte von
aussen betrachtet werden, genauso wie
eine Anzahl grosser Kirchen und Kathedralen,
die ihren Ebenbildern in Frankreich
in nichts nachstanden.
Auch das Atomium, den Mittelpunkt der
ehemaligen Weltausstellung konnten wir
noch besteigen und einen ausgiebigen
Rundblick über die Stadt geniessen, ehe wir
uns langsam zum Abflug nach Berlin zum
Flughafen begeben mussten.
Insgesamt gesehen war es eine sehr schöne
Reise, darüber waren sich alle Teilnehmer
einig. Hier zählten nicht das teilweise sehr
schlechte Wetter, die vielen Reifenpannen
oder die teilweise unerfindlichen Strassenführungen,
sondern es zählten die Eintracht
und die Harmonie im Team und die Freude
an dem gemeinsamen Erlebnis, die mit viel
abendlichem Witz und Humor gewürzt
wurden.
Vielen Dank daher allen Mitfahrern und
natürlich den beiden Mitfahrerinnen für ihre
besondere Fürsorge. Auch Dank an jene
NRW-Radsportfreunde, die uns sach- und
ortskundig und auf wunderschönen verkehrsarmen
Strassen durch ihre Landschaften
geführt haben.
Wir wissen dies nach schlechteren Erfahrungen
der vergangenen Städtereisen besonders
zu würdigen!
Harald Langner
Berlin - Leonberg (bei
Stuttgart)
vom 5. bis 13.7.2008
Nach 825 Kilometern und 4.150
Höhenmetern sowie 7 „Platten“ und
einem Schaltungsschaden erreichten
die Möwen auf ihrer diesjährigen
Etappenfahrt ihr Ziel: die
Partnerstadt Neuköllns Leonberg
unweit von Stuttgart.
Die glücklichen 11 Fahrerinnen und
Fahrer wurden von zwei Fahrzeugen
begleitet und unterwegs daraus gut
und reichlich verpflegt, so dass nie
die Gefahr eines „Hungerastes“
bestand.
Da sich auch der Wettergott mit
lediglich zwei Regenstunden während
der gesamten Tour gnädig gezeigt
hatte, brauchte man um die Moral des
Teams keine Sorge zu haben.
Die einzelnen Etappen führten
zunächst nach Bad Düben, darauf dann
nach Weimar, Neustadt an der Saale,
Wertheim, Bad Friedrichshall und
schliesslich nach Leonberg, das
bereits vor 5 Jahren Etappenziel
war.
Die längste und anspruchsvollste
„Königsetappe“ von der schönen
Goethe – Stadt Weimar in den
altehrwürdigen Kurort Bad Neustadt
mit mehr als 150 Kilometern und
1.350 Höhenmetern verlangte den
Teilnehmern in den 6,5 Stunden
Fahrzeit alles an körperlichem
Einsatz ab, und dennoch waren alle
nach der Tagesarbeit guter Laune,
denn sie hatten auch den harten
Anstieg über den Rennsteinkamm
bravourös gemeistert. Dabei ist es
bemerkenswert, dass nur drei der
Teilnehmer jünger als 60 Jahre alt
sind – der Radsport hält uns eben
fit!
Die logistisch schwierigste und vom
Zeitaufwand längste Etappe war
jedoch die letzte mit den wenigsten
Kilometern von Bad Friedrichshall
nach Leonberg: Wegen des
außerordentlich hohen
Verkehrsaufkommens auf allen Haupt-
und Nebenstras-sen im Raum um
Stuttgart war es notwendig, sich
ständig neue Radwege zu suchen, die
oft abrupt enden konnten, ohne dass
ein Hinweis auf ihre eventuelle
Fortsetzung zu finden war. Zudem
mussten auch die Begleiter in den
Verpflegungswagen nach geeigneten
Kreuzungen zwischen Strasse und
Radwegen suchen, um ihre Schütz-linge unterwegs mit dem
Nötigsten zu versorgen.
Glücklicherweise wurden die Möwen
auf den letzten 10 Kilometern von
einem Mit-glied des ortsansässigen
RV. Schwalbe, mit dem bereits vor
einiger Zeit Kontakte geknüpft
worden waren, empfangen und auf
verkehrsarmen Wegen in die Stadt
geleitet.
Dort hatte der 2. Vorsitzende der
„Schwalben“ auf seinem Grundstück
einen kleinen Imbiss mit Kuchen,
Laugenbrezeln, Kaffee, Bier und
anderen Getränken vorbereitet und
die verspäteten Gäste aus Berlin
herzlich willkommen geheissen. Dazu
war auch ein Pressevertreter
erschienen, der alles fotografierte,
was sich bewegte, einschliess-lich
des Austausches von Wimpeln und
Gastgeschenken.
Nach einem Ruhetag lud der R.V.
Schwalbe Leonberg - Eltingen die
Möwen dann am Samstag zu einer
Ausfahrt rund um Leonberg ein.
Hierbei gab es wunderbare Ausblicke
auf die Stadt mit Besichtigung einer
Mühle und danach einen
abschlies-senden Empfang durch den
Oberbürgermeister auf dem
sogenannten „Engelberg“ oberhalb der
Stadt. Der OB liess es sich dabei
nicht nehmen, den 80 Jahre alten
Engelbergturm mit den Möwen und den
Schwalben zu besteigen und dort oben
einen längeren Vortrag über seine
Stadt, über Land, Leute und
Wirtschaft zu halten und den
Sportlern dann mit einem Glas Sekt
zu ihren sportlichen Leistungen zu
gratulieren. Darauf lud er sie dann
ein, an dem anschließend
stattfindenden Volksfest „Hock am
Turm“ teilzunehmen, zu dem er den
Fassanstich vornahm.
Da es auch an diesem Tage
glücklicherweise nicht regnete, war
das Fest für alle, die teilnahmen
und insbesondere für uns Gäste ein
schöner Abschluss einer
anstren-genden Reise.
Finanziert wurde die Fahrt
größtenteils von den Möwen und ihren
Gästen selbst; einen Zuschuss konnte
der Verein dazu beisteuern, und das
begleitende Transport-fahrzeug für
Räder und Gepäck wurde dem Team als
freundliche Unterstützung von der
Allround Autovermietung zur
Verfügung gestellt.
Harald Langner
Hier einige Bilder:
Per Mausklick auf eines der Bilder wird die größere Version angezeigt!
Berlin - Prag
Unsere 7. Fahrt in unserer Serie zum Besuch der Partnerstädte
Berlin-Neuköllns ist auch wieder gut
verlaufen. Vom 26. 6. 2006 bis zum
3. 7. 2006 fuhren wir nach Prag.
Hier einige Bilder:
Per Mausklick auf eines der Bilder wird die größere Version angezeigt!
Berlin - Boulogne-Billancourt
(Paris)
Unsere 6. Fahrt in unserer Serie zum Besuch der Partnerstädte
Berlin-Neuköllns führte uns über 10
Etappen vom 13. 7. 2005 bis 22. 7.
2005 nach Paris.
Hier die Auflistung der Etappen:
|
Datum |
Ziel |
Km |
| 1 |
Mi., 13.
7. |
Berlin >
Könnern |
175 |
| 2 |
Do., 14.
7. |
> Eisenach |
165 |
| 3 |
Fr., 15. 7. |
> Marburg |
150 |
| 4 |
Sa., 16.
7. |
> Koblenz |
135 |
| 5 |
So., 17.
7. |
>
Traben-Trarbach |
120 |
| 6 |
Mo., 18.
7. |
> Saarburg |
120 |
| 7 |
Di., 19.
7. |
> Verdun |
125 |
| 8 |
Mi., 20.
7. |
>
Charlons-en-Champagne |
95 |
| 9 |
Do., 21.
7. |
>
Coulommiers |
110 |
| 10 |
Fr., 22.
7. |
> Paris |
85 |
|
11 |
Sa., 23.
7. |
Programm
noch offen |
1280 |
|
12 |
So., 24.
7. |
Tour de France, Ankunft |
|
13 |
Mo., 25.
7. |
Rückfahrt / -flug |
und ein paar Bilder:
Per Mausklick auf eines der Bilder wird die größere Version angezeigt!
|