Liebe Radsportfreunde,

seit 1999 veranstaltet der RV Möwe Britz jährlich eine Etappenfahrt zu einer Partnerstadt von Berlin-Neukölln. Es handelt sich hierbei nicht um eine gewerbliche Reiseveranstaltung. Sie wird vom RV Möwe Britz 1897 e.V. ehrenamtlich geplant und durchgeführt.

Motto: „Für Verständigung und gute Nachbarschaft in Europa“

Berlin - Masuren
vom 31.7- 10.8. 2010

Möwe Britz Goes East

Nach bisher 9 Etappenfahrten in die Partnerstädte unseres Heimatbezirkes Neukölln, die uns überallhin in Europa geführt hatten, sollte nun - zur 10. und der Jubiläumstour, der den meisten Möwen bisher "unbekannte Osten", der Nachbar Polen, erforscht werden.
Ziel war dabei Masuren, das ehemalige Ostpreussen, dessen Strassen und Wege, dessen Landschaft und natürlich auch dessen Bewohner kennen zu lernen.
Und, um es gleich vorweg zu nehmen, es ist wieder eine wunderbare Tour geworden, zwischzeitlich ein wenig durch menschliche Unzulänglichkeiten getrübt; aber das hat dem Fahrvergnügen und der Freude an Land und Leuten letztlich nicht geschadet.
Mit zwei Begleitwagen begann die Tour am 31.7 und führte bei herrlichem Sonnenschein den Europaradweg R1 entlang Richtung Polen; die Grenze wurde über die Oder bei Küstrin überschritten und nach etwas mehr als 150 Kilometern war das erste Etappenziel in Osno-Lubuskie ohne Zwischenfälle erreicht.
Das galt nur nicht für unsere "Einkäufer" im begleitenden Lkw. Sie landeten in Kostrzyn / Küstrin in einer Art polnischen "Woodstocks", einem Open-Air-Konzert mit riesigem Andrang, der sie regelrecht einschloss und sie erst mit grosser Verspätung und "hängenden" Mägen" wieder zum übrigen Tross stossen liess.
Die Hotelquartiere, von Deutschland aus über das Internet gebucht, waren bis auf eine Ausnahme auf der 3. Etappe (Wyrzysk) gut; allerdings ist die junge polnische Gastronomie noch nicht allerorten auf einen, wenn auch angemeldeten Ansturm von 20 hungrigen Radlern eingerichtet (Licze,5.Etappe) und hat den Gästen dann viel Geduld durch lange Wartezeiten abverlangt.
Auch der zweite Tag brachte mit seinem Sonnenschein wieder viel Freude und Spass am Radfahren, wenn man davon absieht, dass ein Teil der Radler sich verfahren hatte und teilweise in absoluter Wildnis gelandet ist, wo ein Jeep besser angebracht gewesen wäre als ein Rennrad.
Dafür ging es dann am nächsten Tag zur 3. Etappe wieder entspannt 135 km über zum Teil gute Asphaltsrassen und die Verstimmung des Vortages wegen schlechter Wege war bald vergessen. Dafür landeten wir am Nachmittag in dem einzigen nicht so guten Hotel unserer Tour, mehr eine Absteige für Trucker und der Komfort war diesen angepasst; wer sein Mehrbettzimmer im ersten Stock hatte, musste Toiletten und Nasszellen mit zwanzig fremden Menschen teilen und warten, bis mal ein Plätzchen frei wurde! Dies von Berlin aus zu erkennen ist natürlich nicht möglich, aber wir haben das überlebt! Der nächste Morgen brachte dann die nächste Überraschung: Es goss wie aus Kübeln! Wie froh waren die Sportfreunde, die an diesem Tag die Versorgungsfahrzeuge fahren durften und nicht in die Regengüsse hineinfahren mussten; aber die Fahrt ging ja weiter und ein Bleiben war nicht möglich; schliesslich war es ja eine Etappenfahrt. Doch nach 80 km im Regen hatte auch Petrus ein Einsehen und schloss endlich seine Schleusen und dann waren wir in Chelmno / Culm.
Wir sind hier im relativ neu errichteten Europäischen Zentrum untergekommen, an einem kleinen See, hübsch gelegen unterhalb der Stadt, deren alten Mauern wir abends ebenso bestaunen konnten, wie das ehrwürdige alte Rathaus und seinen grossen Marktplatz.
Nach dem Frühstück am nächsten Morgen gab es dann für unsere "Killermöwe" Günter noch eine Überraschung: Sein Berlin - Brandenburg - Trikot, war nächtens nach dem Waschen von der Balkonbrüstung verschwunden!
Was für eine Gemeinheit!
Sicher hängt es nun als polnische Nationalflagge aus irgendeinem fremden Fenster.
Dann Aufbruch nach Licze; diesmal sollte die Etappe unter 100 km liegen und uns über Grudziazd / Graudenz durch das Weichseltal zu einem alten, wunderschönen und restaurierten Herrenhaus führen. Doch in Grudziazd war erst einmal wieder das grosse Suchen angesagt, weil der Radweg R1 an der Weichsel entlang wegen langwieriger Bauarbeiten gesperrt und ein Radweg durch die Stadt nicht angegeben war. Das kostete Zeit !!!!!
Durch die Hilfe freundlicher Einwohner ging es doch irgendwie weiter und vor Kwidzyn / Marienwerder verliessen wir den Radweg R1 und radelten weiter ostwärts, während der Europaradweg sich nun nach Norden in Richtung Ostsee wandte.
Langsam hatte sich das Landschaftsbild vom relativ flachen Ackerland zu mehr Baum und Buschbestand mit ruhigen, relativ verkehrsarmen Strassen gewandelt und es wurde langsam auch hügeliger: Die Eiszeit machte sich mit ihren Moränen und sonstigen Anhäufungen von überwachsenen Sand- und Steinflächen bemerkbar und hin und wieder gab es an knackigen Anstiegen doch kleine Probleme für einige unserer "Berliner Flachlandtiroler".
Das Herrenhaus in Lisze aus dem Jahre 1664 war dann wirklich hochherrschaftlich wiederhergerichtet und gab einem einen guten Blick auf die damalige Zeit. Nur die Fütterung der einundzwanzig Hungrigen war, wie eingangs erwähnt, sehr schleppend und zog sich fast bis in die Nacht hin. Gut waren die dran, die vorher im Dorfladen in weiser Voraussicht ein paar Würste vertilgt hatten!
Am 5.8. ging es dann weiter nach Olstynek, schon lockten die Masuren in der Ferne und das Etappenziel schien nahe. Doch hatte die Truppe die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Zunächst gab es auf der Strasse nach Ostroda einen sehr starken Auto und Lastwagenverkehr, dann hinter der Stadt auf geradem Wege nach Olstynek, ging der Weg plötzlich über in eine mittelalterliche Pflasterstrasse, umgeben von Wald und zu grossen Teilen auch mit Sand von vorherigen Überschwemmungen überdeckt und das über eine Berg- und Talstrecke von etwa 12 km! Eine ganz böse Überraschung, aber irgendwie ist man streckenweise auch zu Fuss, mit dem Rennrad da durchgekommen. Eine typische Crossfahrt, auf die man nicht eingestellt war.
Dafür konnte man sich dann nach der Ankunft im Hotel nach einem erfrischenden Bad und einem guten Essen richtig erholen und der Wirt hat sich und uns bei der Abrechnung am nächsten Morgen auch noch die Mehrwertsteuer erspart. Wenn das nichts war!
So ging es auf die letzte Hauptetappe zum eigentlichen Ziel nach Mikolajki, einem trubeligen und quirligen Urlaubszentrum für Einheimische und Gäste aller möglichen europäischen Länder, das nach 135 km erreicht war.
Hier gab es, wie überall in Gebieten mit viel Wasser, einen Hafen für Dampfer, Jachten, Ruder und Segelboote und für alles, was das Wasser nur tragen kann. Dazu natürlich alle nur denkbaren Etablissements für Vergnügung und Unterhaltung, kurzum es herrschte ein tolles Ferien- und Urlaubsleben für alle.
Am nächsten Tage liessen wir dann bei einer kürzeren Etappe von etwa 70 km mit Umwegen nach Gizycko/Lötzen die Zügel schleifen und die Seele baumeln: Immer an den herrlichen riesigen Seen entlang und dort, wo es schön war, liessen wir uns nieder, um die Landschaft zu geniessen und auf uns wirken zu lassen. Eine Runde zu schwimmen, um dann mit einem herrlichen Gefühl von Sauberkeit und Frische weiter zu radeln, war ebenso angesagt. Der Samstag verging so wie im Flug.
Am Sonntag trennten wir uns für verschiedene Unternehmungen. Ein Sportfreund wollte noch eine grosse 150 km Runde um die Seen fahren, andere besuchten die Wolfsschanze, die Langzeit- u. Befehlsstation Hitlers im 2. Weltkrieg, sowie die Kirche in Heiligelinde mit ihrer weltberühmten Orgel, um dann per Rad oder mit einem Schiff nach Mikolajki zurückzukehren.
So ging eine weitere Etappenfahrt langsam zu Ende. Der Montag war noch mit allen möglichen Aktivitäten, wie Dampfer oder Kanufahren oder ähnlichem ausgefüllt, aber am Dienstag musste dann wieder entgültig Abschied genommen werden, der Bus, der die meisten Radler zur Bahn bringen sollte, konnte nicht warten.

Mich persönlich hat am meisten berührt, dass man seinen Ausweis oder Pass auch gut hätte zu Hause liegen lassen können; er wurde nur einmal zur Hotelanmeldung benötigt, nicht aber zur einer Grenzabfertigung, die es nicht mehr gibt. Wunderbares Europa!

Beeindruckt haben mich neben den Schönheiten der Natur mit ihren riesigen Seen, grünen Wäldern und Feldern mit dem fast immer blauen Himmel, auch die Freundlichkeit u. Hilfsbereitschaft unserer Nachbarn, wenn wir mit Händen u. Füssen oder mit einem Zettel in der Hand Auskünfte benötigten. Auch die Rücksichtnahme der Autofahrer auf den Landstrassen gegenüber den Radfahrern ist zu erwähnen. Kaum einmal ist die Radeltruppe bei Gegenverkehr von einem Autofahrer überholt worden, fast immer wurde gewartet, bis der Gegenverkehr vorüber war.
Schön wäre es, wenn sich dies in Berlin / Brandenburg auch einbürgern würde; aber man kann ja nicht alles haben.

Harald Langner
20.09.2010



Hier die Auflistung der Etappen:

# Datum Ziel Km
1 Sa., 31. 07. Berlin > Osno Lubuskie 134
2 So., 01. 08. > Krzyz Wielkopolski 146
3 Mo., 02. 08. > Wyrzysk 137
4 Di., 03. 08. > Chelmno 139
5 Mi., 04. 08. > Licze 88
6 Do., 05. 08. > Olsztynek 122
7 Fr., 06. 08. > Mikolajki 134
8 Sa., 07. 08. > Gizycko 119
9 So., 08. 08. > Mikolajki 136
10 Mo., 09. 08. Ruhetag
11 Di., 10. 08. Rückfahrt 1155

Die Strecke (interaktiv):
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Berlin - Anderlecht (bei Brüssel)
vom 4. bis 13.7.2009

Wie in fast jedem der vergangenen Jahre sind die Britzer Möwen auch in diesem Sommer wieder auf eine grössere Reise gegangen.
Die Etappenfahrt nach Brüssel-Anderlecht sollte die Reihe der Besuche in die Partnerstädte des Bezirks Neukölln fortsetzen. Nachdem die Planung im Verein bereits seit längerem angelaufen war, stellte es sich aber bei Gesprächen mit dem Bezirksamt Neukölln heraus, dass die Städtepartnerschaft bereits vor einiger Zeit zum Erliegen gekommen war. Für die Möwen allerdings kein Grund das Projekt einzustellen, schliesslich hatte man bereits einiges in die Vorbereitung investiert, sei es durch Streckenplanung, Hotel- bzw. Jugendherbergsbuchungen oder Versuche der Kontaktaufnahme mit ortsansässigen Radsportvereinen in Anderlecht. Hier hatte man auch das Bürgermeisteramt angeschrieben und um logistische Hilfe gebeten.
Genau so wenig wie Neukölln hilfreich war, so waren es auch die Belgier: weder die angeschriebenen Vereine noch die Bürgermeisterei in Anderlecht würdigten den kleinen Radsportverein aus Berlin – Britz einer Antwort. Die Enttäuschungen an diesem absoluten Desinteresse entmutigten die Möwen aber nicht.
Kontakte zu Vereinen in Nordrhein-Westfalen wurden geknüpft, um sich durch ortsansässige Radler auf verkehrsarmen Strassen und Nebenwegen führen zu lassen. Und diese Versuche waren durchaus erfolgreich, denn durch das grosse NRW wurden die Möwen im Wechsel von 4 unterschiedlichen Gruppen sicher und ohne Aufenthalt bis an die holländische Grenze geschleust. Am 4. Juli 2009 ging es morgens los, und neun Möwen und drei Gäste aus befreundeten Berliner Vereinen nahmen die Reise von etwa 950 Kilometern in Angriff.
Die erste Etappe führte bei schönem Wetter, aber bei erhöhten Ozonwerten der Luft in das Städtchen Zerbst nahe der Elbe, das man am späten Nachmittag ereichte. Am nächsten Tage ging es bei weiterhin schönem Wetter bis in den Harz; man hatte sich ja inzwischen eingerollt. Die dritte Etappe durch den Harz brachte dann den ersten Regen in Bad Harzburg; aber der konnte den Spass am Radfahren noch nicht bremsen; irgendwann hört er ja immer auf!
Am 4. Reisetag dann die erste Begegnung mit den Radsportfreunden aus NRW, die uns auf wunderschönen Wegen durch „ihr Revier“ begleiteten und sich später – nach Ankunft auf der Wewelsburg – noch zu einem Schwätzchen mit uns zusammensetzten, eine wirklich gute Erfahrung!. Weiter ging es dann am nächsten Morgen bei regnerischem und windigem Wetter mit zwei anderen Reisekameraden eines weiteren ortsansässigen Vereins nach Haltern am See, so recht von Böen geschüttelt und von Starkregen begleitet, und die Jugendherberge fernab von jeglicher Gastronomie, um sich den Magen zu wärmen - wie furchtbar.
Glücklicherweise zeigte sich der dann folgende Donnerstag von einer besseren Seite, und so konnten uns unsere nächsten einheimischen Guides bei schönem Wetter bis an den Rhein führen, wo uns am anderen Ufer diesmal sogar fünf Rennradler das weitere Geleit zu unserem letzten Ziel in Deutschland, Walbeck, gaben.
Auch hier gab es keine Besonderheiten zu vermelden, und der Abschied am nächsten Morgen fiel uns nur deswegen schwer, weil es in Strömen regnete und wir die Abfahrt deshalb um einige Zeit verschieben mussten. Letztlich aber begleitete uns der Hotelwirt auf seinem Einkaufsrad durch dichten Wald bis zu einer Strasse, die uns zur nächsten Fähre nach Arcen in den Niederlanden führte, und dann waren wir wieder auf uns allein und auf die vorher ausgearbeiteten Streckenpläne unseres Günther Steindorf angewiesen, die sich auf allen unseren bislang durchgeführten Etappenfahrten als hervorragend erwiesen hatten.
Auch in Holland klappte das sehr gut; aber als wir dann Belgien erreicht hatten, hatte vieles seine Gültigkeit verloren. Die blauen Ortsschilder mit weisser Schrift zeigten keine Richtungen und/oder Kilometerangaben mehr an, und eine weitere Schwierigkeit bestand darin, dass dieselbe Ortsangabe oftmals nach einigen Kilometern wieder und wieder auftauchte, als würden wir von Kreuzberg nach Neukölln durch ein solches Schild geführt werden, und am Ortsanfang von Britz, Buckow und Rudow stünde jeweils wieder die Ortsbezeichnung Neukölln. Davon waren wir natürlich allereichlich irritiert, und die in die falsche Richtung gefahrenen Kilometer häuften sich. Letztlich aber und nach vielen Befragungen von Passanten – auch nicht immer ganz nüchternen - fanden wir nach schwachen 140 Kilometern doch noch zu unserer Jugendherberge „Boswachtershuis“ im Ort Westerlo, etwa 54 Kilometer vor Brüssel. Dort konnte die geschundene Seele mit warmer Suppe und vielen Nudeln wieder ins Gleichgewicht gebracht werden, und am Abend stieg die Stimmung bei unterwegs gekauftem Wein dann wieder auf das gewohnt fröhliche Niveau, und Wind und Regen des abgelaufenen Tages waren schnell wieder vergessen.
Gemütlich ging es dann am nächsten Morgen nach einem etwas längeren Schlaf als an den anderen Tagen in Richtung Brüssel. Es waren ja nur noch wenige Kilometer im Gegensatz zu dem, was vorher schon gefahren worden war. Aber siehe da, plötzlich begann wieder die Fahrerei im Kreise herum, auch um den Verpflegungswagen zu erreichen, musste wieder einiges zurückgefahren werden; denn die Betreuer warteten seit geraumer Zeit an anderer Stelle mit Kaffee, Keksen und Wurstbroten auf ihre Schützlinge. Zwischendurch gönnten diese es sich noch, einigen Runden eines auf offener Strasse ausgetragenen Derny-Rennens zuzuschauen, ehe sie ihre Futterkrippe aufsuchten. Die belgischen Überraschungen häuften sich also an jenem Tage, wobei der spätere Regen allerdings eher eine Gewohnheitssache war, aber auch alle Verwirrungen wurden letztlich gemeistert, weil ein mildgestimmter Brüsseler auf einem Einkaufsfahrrad die Truppe bis an ihr Hotel im Norden der Stadt geführt hatte.
Das Ibis-Hotel bot uns für einen „spezial price“ überwiegend Zweibettzimmer mit Frühstück zu wirklich guten Konditionen, und so konnten wir uns auf ein ganz entspanntes Wochenende freuen. Wenn nur der Regen aufhören wollte! Und Petrus tat uns wirklich diesen Gefallen, so dass wir schöne Spaziergänge durch die Stadt machen konnten.
Dazu hatte sich unser Sportfreund Werner Fuhrmann etwas einfallen lassen, damit wir nicht nur planlos in der uns unbekannten Großstadt herumliefen. So trotteten wir, seinen Erklärungen lauschend, durch die imposante Innenstadt mit ihren wunderbaren alten Gebäuden aus einer Zeit, als es die Bürger Flanderns durch ihre Handwerkskunst wie der Herstellung von Brüsseler Spitzen, von Teppichen und anderen Webwaren zu grossem Reichtum gebracht hatten.
Heutzutage ist der Ruhm jedoch verblasst, und wir Berliner waren erstaunt darüber, wie vernachlässigt vieles ist, und besonders die Strassen und die Strassenbeläge fordern zur Kritik heraus; einige unserer Sportfreunde wollen seit diesem Stadtbesuch nie mehr über den Zustand der Berliner Strassen schimpfen. Und das will schon einiges heissen!
Am Montag folgte noch ein Gang vorbei am Gebäude der Europäischen Kommission, wo iranische Kurden gerade grosse Demos organisiert hatten, um die Europäer auf ihre wieder einmal kritische Situation in ihrer Heimat aufmerksam zu machen. Auch das königliche Schloss konnte von aussen betrachtet werden, genauso wie eine Anzahl grosser Kirchen und Kathedralen, die ihren Ebenbildern in Frankreich in nichts nachstanden.
Auch das Atomium, den Mittelpunkt der ehemaligen Weltausstellung konnten wir noch besteigen und einen ausgiebigen Rundblick über die Stadt geniessen, ehe wir uns langsam zum Abflug nach Berlin zum Flughafen begeben mussten.
Insgesamt gesehen war es eine sehr schöne Reise, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Hier zählten nicht das teilweise sehr schlechte Wetter, die vielen Reifenpannen oder die teilweise unerfindlichen Strassenführungen, sondern es zählten die Eintracht und die Harmonie im Team und die Freude an dem gemeinsamen Erlebnis, die mit viel abendlichem Witz und Humor gewürzt wurden.
Vielen Dank daher allen Mitfahrern und natürlich den beiden Mitfahrerinnen für ihre besondere Fürsorge. Auch Dank an jene NRW-Radsportfreunde, die uns sach- und ortskundig und auf wunderschönen verkehrsarmen Strassen durch ihre Landschaften geführt haben.
Wir wissen dies nach schlechteren Erfahrungen der vergangenen Städtereisen besonders zu würdigen!

Harald Langner

Berlin - Leonberg (bei Stuttgart)
vom 5. bis 13.7.2008

Nach 825 Kilometern und 4.150 Höhenmetern sowie 7 „Platten“ und einem Schaltungsschaden erreichten die Möwen auf ihrer diesjährigen Etappenfahrt ihr Ziel: die Partnerstadt Neuköllns Leonberg unweit von Stuttgart.
Die glücklichen 11 Fahrerinnen und Fahrer wurden von zwei Fahrzeugen begleitet und unterwegs daraus gut und reichlich verpflegt, so dass nie die Gefahr eines „Hungerastes“ bestand.
Da sich auch der Wettergott mit lediglich zwei Regenstunden während der gesamten Tour gnädig gezeigt hatte, brauchte man um die Moral des Teams keine Sorge zu haben.
Die einzelnen Etappen führten zunächst nach Bad Düben, darauf dann nach Weimar, Neustadt an der Saale, Wertheim, Bad Friedrichshall und schliesslich nach Leonberg, das bereits vor 5 Jahren Etappenziel war.
Die längste und anspruchsvollste „Königsetappe“ von der schönen Goethe – Stadt Weimar in den altehrwürdigen Kurort Bad Neustadt mit mehr als 150 Kilometern und 1.350 Höhenmetern verlangte den Teilnehmern in den 6,5 Stunden Fahrzeit alles an körperlichem Einsatz ab, und dennoch waren alle nach der Tagesarbeit guter Laune, denn sie hatten auch den harten Anstieg über den Rennsteinkamm bravourös gemeistert. Dabei ist es bemerkenswert, dass nur drei der Teilnehmer jünger als 60 Jahre alt sind – der Radsport hält uns eben fit!
Die logistisch schwierigste und vom Zeitaufwand längste Etappe war jedoch die letzte mit den wenigsten Kilometern von Bad Friedrichshall nach Leonberg: Wegen des außerordentlich hohen Verkehrsaufkommens auf allen Haupt- und Nebenstras-sen im Raum um Stuttgart war es notwendig, sich ständig neue Radwege zu suchen, die oft abrupt enden konnten, ohne dass ein Hinweis auf ihre eventuelle Fortsetzung zu finden war. Zudem mussten auch die Begleiter in den Verpflegungswagen nach geeigneten Kreuzungen zwischen Strasse und Radwegen suchen, um ihre Schütz-linge  unterwegs mit dem Nötigsten zu versorgen.
Glücklicherweise wurden die Möwen auf den letzten 10 Kilometern von einem Mit-glied des ortsansässigen RV. Schwalbe, mit dem bereits vor einiger Zeit Kontakte geknüpft worden waren, empfangen und auf verkehrsarmen Wegen in die Stadt geleitet.
Dort hatte der 2. Vorsitzende der „Schwalben“ auf seinem Grundstück einen kleinen Imbiss mit Kuchen, Laugenbrezeln, Kaffee, Bier und anderen Getränken vorbereitet und die verspäteten Gäste aus Berlin herzlich willkommen geheissen. Dazu war auch ein Pressevertreter erschienen, der alles fotografierte, was sich bewegte, einschliess-lich des Austausches von Wimpeln und Gastgeschenken.
Nach einem Ruhetag lud der R.V. Schwalbe Leonberg - Eltingen die Möwen dann am Samstag zu einer Ausfahrt rund um Leonberg ein. Hierbei gab es wunderbare Ausblicke auf die Stadt mit Besichtigung einer Mühle und danach  einen abschlies-senden Empfang durch den Oberbürgermeister auf dem sogenannten „Engelberg“ oberhalb der Stadt. Der OB liess es sich dabei nicht nehmen, den 80 Jahre alten Engelbergturm mit den Möwen und den Schwalben zu besteigen und dort oben einen längeren Vortrag über seine Stadt, über Land, Leute und Wirtschaft zu halten und den Sportlern dann mit einem Glas Sekt zu ihren sportlichen Leistungen zu gratulieren. Darauf lud er sie dann ein, an dem anschließend stattfindenden Volksfest  „Hock am Turm“ teilzunehmen, zu dem er den Fassanstich vornahm.
Da es auch an diesem Tage glücklicherweise nicht regnete, war das Fest für alle, die teilnahmen und insbesondere für  uns Gäste ein schöner Abschluss einer anstren-genden Reise.
Finanziert wurde die Fahrt größtenteils von den Möwen und ihren Gästen selbst; einen Zuschuss konnte der Verein dazu beisteuern, und das begleitende Transport-fahrzeug für Räder und Gepäck wurde dem Team als freundliche Unterstützung von der Allround Autovermietung zur Verfügung gestellt.

Harald Langner

Hier einige Bilder:

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Berlin - Prag

Unsere 7. Fahrt in unserer Serie zum Besuch der Partnerstädte Berlin-Neuköllns ist auch wieder gut verlaufen. Vom 26. 6. 2006 bis zum 3. 7. 2006 fuhren wir nach Prag. Hier einige Bilder:

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Berlin - Boulogne-Billancourt (Paris)

Unsere 6. Fahrt in unserer Serie zum Besuch der Partnerstädte Berlin-Neuköllns führte uns über 10 Etappen vom 13. 7. 2005 bis 22. 7. 2005 nach Paris.

Hier die Auflistung der Etappen:

Datum Ziel Km
1 Mi., 13. 7. Berlin > Könnern 175
2 Do., 14. 7. > Eisenach 165
3 Fr., 15. 7. > Marburg 150
4 Sa., 16. 7. > Koblenz 135
5 So., 17. 7. > Traben-Trarbach 120
6 Mo., 18. 7. > Saarburg 120
7 Di., 19. 7. > Verdun 125
8 Mi., 20. 7. > Charlons-en-Champagne 95
9 Do., 21. 7. > Coulommiers 110
10 Fr., 22. 7. > Paris 85
11 Sa., 23. 7. Programm noch offen 1280
12 So., 24. 7. Tour de France, Ankunft
13 Mo., 25. 7. Rückfahrt / -flug

und ein paar Bilder:

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